Geschichte der Gedenkstätteninitiativen

In den späten siebziger, vermehrt seit den achtziger Jahren begannen auch in Niedersachsen bürgerschaftliche Erinnerungsinitiativen, sich mit bis dahin weitgehend „vergessenen“ Orten der NS-Verbrechen zu beschäftigen. Sie konnten an Aktivitäten ehemaliger Häftlinge anknüpfen, mit denen sie bis heute eng zusammenarbeiten. Vor Ort jedoch wurden die Initiativen häufig abgelehnt oder ignoriert. Kommunal fand ihre Arbeit trotz vielfältiger Unterstützung – etwa durch Gewerkschaften – nur langsam Anerkennung, manche Konflikte dauern immer noch an.

Die Initiativen wandten sich gegen das anhaltende Schweigen und gegen Formen offiziellen Erinnerns, wie sie bis dahin in Gedenkreden, an Denkmälern und „Kriegsgräbergedenkstätten“ praktiziert worden waren.

Daraus entstanden eigene Arbeitsansätze. Die Orte der NS-Verbrechen sollten zu „Lernorten“ in einem umfassenden Sinn werden. Darum nahmen der Kontakt zu ehemaligen Häftlingen und die pädagogische Arbeit von Beginn an einen hohen Stellenwert ein.

Das private Engagement führte gegen oft erhebliche Widerstände zur Einrichtung erster „freier“ Gedenkstätten. Parallel wurden vom Land die Gedenkstätten Bergen-Belsen und Wolfenbüttel ausgebaut. Mit dem 1991 etatisierten Haushaltstitel zur Förderung von Gedenkstättenarbeit erfuhren regionale Erinnerungsinitiativen eine wichtige Unterstützung. Gleichzeitig fand deren Arbeit nun auch größere öffentliche Resonanz. Inzwischen sind über 60 Einrichtungen und Initiativen in Niedersachsen regelmäßig aktiv.

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Ehemaliges Lagergelände Esterwegen, vermutlich Ende der 1950er oder Anfang der 60er Jahre

Zeichnung von Hedwig Regnart, ehemaliger Häftling des Frauen-KZ Moringen. Das Bild ist nach 1945 entstanden

Ehemalige KZ-Häftlinge demonstrieren bei der Eröffnung des Reichstagsgebäudes in Berlin für Entschädigung, 1999.

Jugendprojekt mit Auszubildenden der Salzgitter AG und Enkelkindern von ehemaligen KZ-Häftlingen, 1999/2000

Jugendliche im Gespräch mit dem ehemaligen Häftling des Jugend-KZ Walter Herda in der KZ-Gedenkstätte Moringen, 2004